Gedenken an “Euthanasie”-Morde

Am 18. Januar 2010 gedenken wir des 70. Jahrestags des Beginns der systematischen Morde an Kranken und Behinderten in der von den Nationalsozialisten beschlagnahmten und als Tötungsfabrik eingerichteten Heilanstalt Grafeneck.

Anna Lehnkering

Im Oktober 2003  stieß Frau Sigrid Falkenstein zufälligerweise im Internet auf den Namen ihrer Tante Anna Lehnkering. Er stand auf einer Namensliste von Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie-Aktion”, die nach der Adresse der Planungszentrale in der Tiergartenstraße 4 in Berlin auch „Aktion T 4″ genannt wurde.

Die Namen von mehr als 30.000 Opfern der Krankenmorde waren von der Israelischen Vereinigung gegen Psychiatrische Angriffe ins Internet gestellt worden. Die Liste basiert auf Dokumenten aus der NS-Zeit, die Anfang der 90er Jahre im ehemaligen Zentralarchiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR gefunden wurden, darunter ca. 30.000 Krankenakten von Patienten und Patientinnen, die in den Jahren 1940/41 der ersten zentral organisierten Massenvernichtungsaktion im Nationalsozialismus, der “Aktion T4″, zum Opfer fielen.

Die Namen wurden 2002 in Berlin öffentlich verlesen. Dahinter stand die Absicht, den Opfern ihre Namen und damit auch ihre Würde zurückzugeben. Gleichzeitig wurden die Angehörigen angeregt, nach dem Schicksal der Ermordeten zu forschen. Seitdem Frau Falkenstein den Namen ihrer Tante Anna auf der Liste gefunden hat, versucht sie, den Spuren ihres Lebens nachzugehen, um ihr Schicksal zu dokumentieren und es damit dem Vergessen zu entreißen.

Lesen Sie hier weiter!

Johanna Schweizer

Johanna Schweizer, geboren am 3. Februar 1873, stammt aus einer Gerlinger Schuhmacherfamilie. Ihre Eltern waren Johann Jakob Schweizer, geb. 1831, Bürger und Schuster in Gerlingen, und Wilhelmine Friederike, geb. Lederer, geb. 1836 in Mundelsheim. Johanna wuchs als die Jüngste und als einziges Mädchen neben drei älteren Brüdern auf. Zwei weitere Schwestern waren bereits wenige Monate nach der Geburt gestorben.

Lesen Sie bitte hier weiter

Tötungsanstalt Grafeneck

In der NS-Zeit wurden auf Schloss Grafeneck bei Münsingen auf der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg) behinderte Menschen ermordet. Die Nationalsozialisten stuften deren Leben als “unwert” ein. Für Tausende kranker und auf Hilfe angewiesener Menschen bedeutete dieser Ort ihre “Endstation”. Auf Grafeneck wurden damals über 10.000 Menschen getötet. Die Hinterbliebenen erhielten Trostbriefe, in denen als Todesursache andere Gründe genannt wurden.Mehr dazu lesen Sie hier.

Stolpersteine in Stuttgart im Jahr 2010

Auch im Jahr 2010 wird der Kölner Künstler Gunter Demnig in Stuttgart weitere Stolpersteine verlegen. Im Jahr 2010 wird die Erinnerung an Opfer der “Euthanasie”-Morde ein Schwerpunkt sein.